CHAMPCAR/CART: Grand Prix von Long Beach rennbericht

Rennbericht - FedEr Championship Rennserie - 2.Lauf Toyata Grand Prix von Long Beach 8.April 2001 CASTRONEVES SIEGT NACH EINDRUCKSVOLLEM RENNEN Das Meistertearn Marlboro Penske unterstrich beim zweiten Lauf der FedEx Championship Rennserie...

Rennbericht - FedEr Championship Rennserie - 2.Lauf
Toyata Grand Prix von Long Beach
8.April 2001

CASTRONEVES SIEGT NACH EINDRUCKSVOLLEM RENNEN

Das Meistertearn Marlboro Penske unterstrich beim zweiten Lauf der FedEx Championship Rennserie 20W1 seine Spitzenstellung und brachte beim Stadt-Grand Prix von Long Beach/Kalifornien beide Fahrer des Teams aufs Siegespodest: Der Brasilianer Helio Castroneves sturmte zum Sieg und Teamkollege Gil de Ferran wurde als Dritter abgewunken.

Castroneves startete bereits von Position 'I und lag wahrend der gesamten Kenndistanz von 82 Runden an der Spitze des Feldes auf dem Weg zu seinem insgesamt vierten Sieg in den vier Jahren seiner CART-Karriere. Mit seiner eindruGksvollen Leistung auf dern malerisehen Stadtkurs an der kalifornischen Pazifikkuste zog der 25ahrige gleich mit Bryan Herta, dem 1999 in Laguna Seca als letzter Fahrer in der FedEx Championship ein Start-Ziel-Sieg gelungen war. Der Triumph von Castroneves war gleichzeitig der erste Erfolg des Erasilianers seit seinem Sieg in Laguna SeGa im vergangenen Jahr. Er kassierte insgesamt 22 CART-Meisterschaftspunkte fur die Pole Position, die meisten Fuhrungsrunden im Rennen und den Sieg - diese Maximalpunktzahl wurde zuletzt 1999 an Bryan Herta in Laguna Seca vergeben. Nach seiner Ehrenrunde kletterte Castroneves vor lauter Begeisterung uber seine rnakellose Triumphfahrt auf die Sicherheitszaune der Start-Ziel-Geraden, fast schon ein Markenzeichen des emotionalen Nachwuchsstars.

De Ferran, der amtierende Meister der FedEx Championship Rennserie, sic;herte sich mit Platz drei im zweiten Kennen der Saison bereits zum zweiten Mal einen Platz auf dem Treppchen, in Mexiko beim Saisondebut war der Champion als Zweiter iiber die Ziellinie gefahren. Darnit stand der brasilianische Titelverteidiger zurn siebten Mal in den letzten elf Rennen auf dem Podium, eine Serie, die im Vorjahr rnit Rang drei in Chicago begann. lm Sandwich des rotweiRen Penske-Duos kam beirn Long Beach- GP unter blauem kalifornischen Himrnel Christiano da Matta im Team von Newrnan Haas Racing als Zweiter ins Ziel. Damit bleibt Da Matta nach seinem Sieg beirn Saisonauftakt in Mexiko mit nun 37 Punkten Tabellenfuher in der FedEx Championship rnit sieben Zahlern Vorsprung vor De Ferran (30 Punkte).

Sieger Helio Castroneves versuchte seine UbersGhaumende Freude in Worte zu fassen: "Gleich vorn Start weg bin ich am Limit gefahren. Mein Wagen war wahrend der gesamten Kennens grofiartig. Leider hat die Benzinanzeige schon in der Einfuhrungsrunde den Geist aufgegeben, ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Damit galt: Benzinsparen trotz harter Fahrweise, denn mir war klar: Das Kennen wird von der Strategie bestimmt. Schon im vergangenen Jahr bin ich hier Zweiter geworden, und das ist mir nur gelungen, weil ich sehr spritsparend gefahren bin. Die Balance des Autos war perfekt, ich muate mich also nur darauf konzentrieren, die Bremspunkte optimal zu erwischen und keine Fehler zu machen. Ein rundum perfektes Wochenende: Pole Position, die schnellste Rennrunde, alle Runden an der Spitze - mehr kann ich mir nicht wiinschen." Helios hartnackigster Verfolger im ersten Renndrittel war Kenny Brack aus Schweden, dessen Rennwagen uber die bessere Hiichstgeschwindigkeit auf der Geraden verfugte, dafur hatte Castroneves klare Vorteile in den kurvenreichen Passagen. Brack fie1 aus der Entscheidung urn die Spitzenpositionen, als er seinen Wagen beim ersten Boxenstop abwurgte. Sein Shell Team gab Starterhilfe, aber Brack beschadigte beim hurtigen Rausfahren irn Eifer des Gefechts das Getriebe. "Wir haben den Motor neu gestartet und ich habe mich beeilt, die Boxen schnell zu verlassen", erklarte der Schwede. "Offensichtlich ist es dabei passiert - das Getriebe hat sich verabschiedet. Dieser Ausfall ist bitter, denn mein Wagen funktionierte bis zum Defekt hervorragend und wir hatten gute Chancen auf den Sieg."

Als bester Europaer wurde in Long Beach Dario Franchitti abgewunken. Sechster am Start und Sechster im Ziel - damit bleibt der Schotte dran an den Fuhienden in der Meisterschaft und ist nun Siebter im Zwischenklassement der FedEx Championship nach zwei von 21 Laufen. Franchitti hatte im Rennen mit Erernsproblernen zu kampfen, die seinen Vorwat-tsdrang nachhaltig behinderten: "Mein Start funktionierte prima, was mir aber nicht vie1 genutzt hat, denn beim Einfadeln in Turn 1 war ich leider auf der falschen Seite", kommentierte Team Green-Fahier Franchitti. "Das Auto ging gut, sowohl in den engen Passagen wie auf den Geraden, aber weil ich in den Eremszonen SO vorsichtig sein muRte, konnte ich die Qualitaten nicht ausspielen. Ich konnte einfach nicht spat bremsen, was mich schon etwas frustrierte. Obendrein habe ich Benzin gespart SO gut es ging, was am Ende aber nicht ausschlaggebend war wegen der Gelblichtphasen gegen Kennende."

MiGhael Krumm aus Reutlingen, einziger Deutscher im Feld, beendete sein erst zweites Kennen zur FedEx CART Championship fur das Team von Christian DannedAndieas LeberlelDale Coyne als guter 16. Krumm absolvierte alle 82 Runden trotz technischer Probleme, die ihn daran hinderten, mBglichst schnell aus den Ecken raus zu beschleunigen. Der junge Deutsche, in den Champ Cars ein Rookie also Neuling, konnte mit seiner Leistung durchaus zufrieden sein. "lch bin froh das Rennen beendet zu haben. Unsere Teamstrategie hat gepaRt, aber leider hatte ich in den Kurven mit einem durchdrehenden Rad zu kampfen, was es mir unrnbgliGh machte, mit SGhwung aus den Ecken zu beschleunigen. Das war x h o n ein Problem, denn dadurch fehlte mir Tempo auf den Geraden und einige Konkuirenten konnten mich uberholen. Da hat es mir einfach an Traktion gefehlt."

Zurn zweiten Mal in zwei Jahren zog sich Patrick Carpentier aus dem Team Player's Forsythe Racing einen Bruch im linken Handgelenk zu. Der Kanadier brach sich den Knochen bei einer Kollision in Runde 64 mit dem Miller Lite Lola von Max Papis aus dem Team von Bobby Rahal. Bereits im vergangenen Jahr verletzte sich Carpentier am linken Handgelenk bei einem Stuiz im eigenen Haus in Las Vegas. "In einern vorherigen Leben muR ich wohl einiges angestellt haben. Anders kann ich mir das Pech nicht erklaren", meinte der Player's-Pilot. Eei einem dberholversuch vorbei an Max Papis ging dem 29jahrigen Kanadier die StraRe aus, raste uber ein Teil der Streckenbegrenzung und knallte ins Heck des Wagens von Papis. Beim Aufprall federte das Lenkrad zuruck und brach einen Knochen im linken Handgelenk. Trotzdem will Carpentier - anders als in der letzten Saison, als er wegen seines gebrochenen Unterarrns drei Kennen aussetzen rnuRte - diesmal schon beim nachsten Kennen in Texas wieder dabei sein. "Die Verletzung ist nicht so schlimm wie im letzten Jahr, jetzt sind keine Bander oder Sehnen beschadigt. Ich fliege noch heute zu Dr.Yerry Trammel1 nach Indianapolis", meinte ein optimistischer Carpentier. "lch bin sicher, dafl ich in Texas wieder im Rennauto sitzen werde. Ich habe keine Lust, wieder ein paar Rennen auszulassen."

Der nachste, dritte Lauf zur FedEx Championship Rennserie findet am 27.-29.April in Fort Worth, Texas statt: das erstmals ausgetragene "Firestone Firehawk 6CIO Presented by Pioneer" auf dem Teas Motor Speedway.

-CART-

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Series IndyCar
Drivers Helio Castroneves , Gil de Ferran , Max Papis , Bobby Rahal , Patrick Carpentier , Bryan Herta , Kenny Brack , Dale Coyne