CHAMPCAR/CART: EuroSpeedway Lausitz Rennen Bericht

Italiener Alex Zanardi überlebt tragischen Unfall schwer verletzt Schwerer Crash überschattet erstes CART Rennen auf dem EuroSpeedway Lausitz EuroSpeedway Lausitz, (15.September 2001) Fast 90.000 Rennsportfans wurden am EuroSpeedway Lausitz ...

Italiener Alex Zanardi überlebt tragischen Unfall schwer verletzt
Schwerer Crash überschattet erstes CART Rennen auf dem EuroSpeedway Lausitz

EuroSpeedway Lausitz, (15.September 2001) Fast 90.000 Rennsportfans wurden am EuroSpeedway Lausitz Zeugen eines tragischen Unfalls. Bei der Europapremiere der US-CART-Serie rammte wenige Runden vor Schluss der Wagen des Kanadiers Alex Tagliani den des Italieners Alex Zanardi seitlich bei über 300 km/h. Beide Piloten wurden sofort nach Berlin ins Krankenhaus gebracht. Zanardi überlebte den schweren Unfall nur knapp. Der 34-jährige verlor dabei beide Beine und viel sehr viel Blut. In einer dreistündigen Operation im Berliner Klinikum Marzahn mussten ihm beide Beine oberhalb des Knies amputiert werden, doch sein Zustand ist stabil. Ein CT-Scan zeigte keine Verletzungen am Kopf. Er erlitt weiter eine schwere Gehirnerschütterung und leichte Brüche am Becken, die aber keine Operation erforderten. Er wird in den nächsten Tagen weiter auf der Intensivstation bleiben.

Sein enger Freund und Teamchef, Morris Nunn erklärte: "Wir sind erschüttert über diesen schweren Unfall und die Ausmaße von Alex Verletzungen! Doch wir sind so dankbar, dass er diesen schweren Crash überlebt hat! All unsere Gedanken und Gebete sind bei Alex und seiner Familie. Er hat sicher einen schweren Kampf vor sich, doch wir kennen ihn sehr gut und wissen dass er eine Kämpfernatur ist. Wir sind überzeugt, dass er es schaffen wird und bald nach Hause zu seiner Familie und seinen Freunden kommen wird."

Nach einem Jahr in der Formel 1 und einem Jahr Pause war Zanardi Anfang dieser Saison mit dem Team seines Freundes Mo Nunn in die CART zurückgekehrt. Seine drei CART-Jahre zwischen 1996 und 1998 waren mit die spektakulärsten, die ein Pilot in der Serie hatte: 1997 und 1998 wurde er hintereinander Meister.

Alex Taglianis CT-Scan und Roentgenaufnahmen zeigten keine Verletzungen, er bleibt zur Beobachtung 24 Stunden in der Klinik.

Der Schwede Kenny Bräck (Team Rahal/ Ford-Lola) gewann die CART-Europapremiere auf dem EuroSpeedway Lausitz. Der Name des Rennens, ursprünglich "German 500", wurde zum Gedenken der Opfer der Opfer der Terroristenattentate am 11. September in "The American Memorial" geändert. Gemeinsam mit Teamkollege Max Papis holte Bräck den allerersten Doppelsieg für das Team von Bobby Rahal.Das Rennen war in der Reihenfolge des aktuellen Meisterschaftsstandes gestartet worden, nachdem die Qualifikation wegen starken Regens nicht stattfinden konnte. Bräck hatte Gil de Ferran gleich überholt und die ersten 61 Runden angeführt. Nach verschiedenen Boxenstopps konnte sich der Schwede in Runde 143 wieder an die Spitze setzen, als der Führende, Alex Zanardi, zum Tanken an die Box gefahren war. Mit einem Vorsprung von 0,154 Sekunden vor seinem Teamkollegen überquerte Bräck die Ziellinie. Dritter wurde der Kanadier Patrick Carpentier (Player's/Forsythe Racing/ Ford-Reynard) vor Michael Andretti (Team Motorola/ Honda-Reynard) und dem Spanier Oriol Servia (Sigma Autosport/ Ford-Lola).

Die CART-Gemeinde spendet dem World Trade Center Relief Fund 500.000 US$, zusätzliche 50.000 US$ spendet die Fahrervereinigung. "Wir sind fast 7000 Kilometer von unserer Heimat entfernt und haben uns in den letzten Tagen immer wieder sehr hilflos gefühlt. Aus der Entfernung konnten wir unseren Familien und unserem Land in dieser schrecklichen Tragödie wenig helfen", erklärte CART-Präsident Joseph Heitzler. "Mit dieser Spende möchte die CART-Gemeinde all den Betroffenen unsere Unterstützung und unsere Anteilnahme zeigen. In unseren Herzen sind wir in der Heimat und gemeinsam freuen wir uns, bald möglichst nach Hause zu reisen und unseren Familien, Freunden und Heimatgemeinden beizustehen."Mit diesem Sieg hat sich Bräck auch die Meisterschaftsführung zurückerobert. Mit 131 Zählern liegt er jetzt vor dem amtieren Meister Gil de Ferran (120 Punkte), der als achter ins Ziel kam. Michael Andretti rückte mit Platz vier im Rennen auf Rang drei der Meisterschaft (115 Punkte) vor Helio Castroneves (111 Punkte).Kenny Bräck war noch sichtlich geschockt: "Dies war eine schwere Woche für uns alle. Erst die schrecklichen Entwicklungen in den USA und jetzt auch noch der Unfall! Ich wünschte das Rennen wäre unter besseren Umständen zu Ende gegangen. Ich hoffe, Alex ist okay, meine besten Wünsche an ihn und seine Familie. Außerdem möchte ich den Betroffenen in Amerika mein Beileid aussprechen."

Sein Teamkollege Max Papis kennt seinen Landsmann Alex Zanardi schon seit seiner Kindheit, er fuhr bereits in Go-Kart Meisterschaften, Fromel 3 und Formel 1 mit ihm, bevor beide in die CART wechselten. "Wir sind in einer schweren Zeit mit den Vorgängen in Amerika und dem Unfall meines guten Freundes Alex", sagte Papis, "das überschattet unser gutes Ergebnis. Motorsport ist nicht das Wichtigste in meinem Leben, ich möchte jetzt einfach nur für meinen Freund beten!"

Auch der drittplatzierte, Patrick Carpentier, schließt sich ihm an: "Angesichts dessen, was in dieser Woche und heute hier passiert ist, hat mein Podiumsplatz keine große Bedeutung. Gottseidank ist Alex Tagliani okay, und ich hoffe inständig, dass Alex Zanardi sich so schnell und so gut wie möglich von seinen schweren Verletzungen erholt!"

Gil de Ferran denkt vor allem an seinen verletzten Kollegen: "Heute war ein sehr harter Tag für uns alle. Ich mache mir große Sorgen, wie es Alex Zanardi und auch Alex Tagliani geht. Das Wichtigste ist ihre Gesundheit! Im Rennen hatten wir Probleme mit starkem Untersteuern. Wir konnten es zwar verbessern, doch gegen Ende lag das Auto einfach nicht mehr gut."

Michael Andretti kam gerade noch rechtzeitig am EuroSpeedway Lausitz an. Wegen der tragischen Ereignisse in den USA hatte der Amerikaner, der seine Flüge für Dienstag gebucht hatte, in den Staaten fest gesessen. Gerade als dienstältester Pilot macht er sich sehr große Sorgen um seine Kollegen. Im Rennen lief es gut für ihn, er konnte Helio Castroneves in der Meisterschaft überholen: "Unser Team hat bei den Boxenstopps einen guten Job gemacht. Wir konnten gut mit den Führenden mithalten, doch einige der Jungs konnten einfach ein bisschen länger draußen bleiben als wir, ich musste einmal mehr nachtanken. Wir haben uns gut geschlagen und ein paar Punkte mitgenommen. Der EuroSpeedway Lausitz ist eine großartige Strecke, eine erstklassige Anlage!"

Nach sechzehn Saisonrennen ist Kenny Bräck der erste Pilot, der bereits vier Rennen gewonnen hat. Insgesamt haben bereits zehn verschiedene Fahrer Siege gefeiert: Cristiano da Matta (Newman/Haas Racing/ Toyota-Lola) in Mexico, Helio Castroneves (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard) in Long Beach, Detroit und Mid Ohio, Scott Dixon (PacWest Racing Group/ Toyota-Reynard) in Nazareth, Max Papis (Team Rahal/ Ford-Lola) in Portland, in Cleveland Dario Franchitti (Team KOOL Green/ Honda-Reynard), in Toronto Michael Andretti (Newman/Haas Racing/ Toyota-Lola), Patrick Carpentier (Player's/Forsythe Racing/ Ford-Reynard) in Michigan, Bruno Junqueira (Target Chip Ganassi Racing / Toyota-Lola) in Elkhart Lake, Roberto Moreno (Patrick Racing/Toyota-Reynard) in Vancouver und Kenny Bräck (Team Rahal/ Ford-Lola) in Japan, Milwaukee, Chicago und am EuroSpeedway Lausitz. Der Rekord der FedEx Championship Series wurde vergangenes Jahr aufgestellt: elf verschiedene Sieger in einer Saison.

Die "German 500" auf dem EuroSpeedway Lausitz, waren das 16. von 21 Rennen der 2001 FedEx Championship Series. Die Serie fährt Rennen in sieben verschiedenen Ländern und auf vier Kontinenten, inklusive des kommenden zweiten Europa-Events überhaupt am 22. September auf dem Rockingham Motor Speedway .

<pre> STATISTIK: Rennen 16 von 21

Pole Position EuroSpeedway Lausitz 2001: Gil de Ferran basierend auf Meisterschaftsstand, da Qualifikation durch Regen ausfiel! Rennen EuroSpeedway Lausitz 2001 : 1. Kenny Bräck (Team Rahal/ Ford-Lola) 2. Max Papis (Team Rahal/ Ford-Lola) 3. Patrick Carpentier (Player's/Forsythe Racing/ Ford-Reynard) 4. Michael Andretti (Team Motorola/ Honda-Reynard) 5. Oriol Servia (Sigma Autosport/ Ford-Lola) 6. Tora Takagi (Walker Racing/ Toyota-Reynard) 7. Tony Kanaan (Mo Nunn Racing/ Honda-Reynard) 8. Gil de Ferran (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard) 9. Scott Dixon (PacWest Racing Group/ Toyota-Reynard) 10. Paul Tracy (Team KOOL Green/ Honda-Reynard) 11. Bruno Junqueira (Target Chip Ganassi Racing / Toyota-Lola) 12. Helio Castroneves (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard)

FedEx CHAMPIONSHIP SERIES ^Ö aktueller Meisterschaftsstand: 1. Kenny Bräck Team Rahal 131 Punkte 2. Gil de Ferran Marlboro Team Penske 120 Punkte 3. Michael Andretti Team Motorola 115 Punkte 4. Helio Castroneves Marlboro Team Penske 111 Punkte 5. Scott Dixon Pac West Racing Group 86 Punkte 6. Dario Franchitti Team KOOL Green 85 Punkte 7. Patrick Carpentier Player's/Forsythe Racing 83 Punkte 8. Cristiano da Matta Newman/Haas Racing 78 Punkte 9. Roberto Moreno Patrick Racing 74 Punkte 10.Tony Kanaan Mo Nunn Racing 72 Punkte

-CART/CSS-

Be part of something big

Write a comment
Show comments
About this article
Series IndyCar
Drivers Helio Castroneves , Gil de Ferran , Michael Andretti , Bruno Junqueira , Max Papis , Roberto Moreno , Bobby Rahal , Patrick Carpentier , Alex Tagliani , Paul Tracy , Dario Franchitti , Scott Dixon , Alex Zanardi , Tony Kanaan , Oriol Servia , Tora Takagi , Kenny Brack , Morris Nunn , Chip Ganassi , Cristiano da Matta , Mo Nunn
Teams Team Penske , Chip Ganassi Racing