CHAMPCAR/CART: Eine ARA zu ende FedEx Championship Series fahrt zum letzten Mal auf dem Michigan Superspeedway

DETROIT, (18.Juli 2001) Ohne Pause geht die FedEx Championship Series jetzt in die elfte Runde der Meisterschaft. Nach vier Straßen- und Stadtkursen steht jetzt das erste Superspeedwayrennen an. Die U.S. 500 kann man getrost als den ersten ...

DETROIT, (18.Juli 2001) Ohne Pause geht die FedEx Championship Series jetzt in die elfte Runde der Meisterschaft. Nach vier Straßen- und Stadtkursen steht jetzt das erste Superspeedwayrennen an. Die U.S. 500 kann man getrost als den ersten Hartetest der CA RT-Saison fur Mensch und Material bezeichnen. Es ist das zweite von drei direkt aufeinanderfolgenden Rennwochenenden. Die Begeisterung der Zuschauer ist riesig, wenn die FedEx Championship Series auf dem schnellsten Speedway der Welt in Brooklyn, Michigan, zu den U.S. 500 antritt. Die Geschichte der Rennstrecke reicht weit zuruck: 32 Rennen hat die CART auf dem 3,2186 Kilometer (2 Meilen) langen Oval seit 1979 gefahren, doch diesen Sonntag wird die FedEx Championship Series in den "Irish Hills" zum letzten Mal gastieren. Der zweifache 500-Meilen-Sieger Michael Andretti weiß: "Du fuhlst den Speed gar nicht so sehr, aber das schwerste ist es, sich so lange zu konzentrieren, das Auto so lange im Rennen zu halten, das geht an die Substanz." Wer also den Nervenkitzel von purem Speed erleben will, sollte die U.S.500 nicht verpassen! Die 18 Grad Kurvenneigung (12 Grad auf der Start-Ziel-"Geraden") sichert spannende Rad-an-Rad-Kampfe bei uber 380 Stundenkilometern (240 Meilen) - also nichts fur schwache Nerven! Seit Jahren versuchen die CART-Verantwortlichen, die Geschwindigkeiten und damit die Gefahren etwas zu reduzieren, aber die Teams lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen im Wettkampf um den Top-Speed. Der Michigan Superspeedway liegt etwa 90 Minuten westlich von Detroit, zwischen Detroit und Chicago. Eigentumer ist Teambesitzer Roger Penske. Hotels sind nicht einfach zu finden in der reizvollen Landschaft mit vielen kleinen Seen, Alleen und einer fast irischen Hugelgegend. Die Fans reisen schon Tage vorher mit ihren großen Wohnmobilen an.

1991 gewann der Amerikaner Rick Mears die 500 Meilen in Michigan, nachdem er zuvor bereits die Indianapolis 500 gewonnen hatte. Damit war er nach Gordon Johncock (1982) der erste Pilot, der in beiden Rennen in einer Saison siegen konnte. Seit dem ist dies nur Juan Pablo Montoya (2000) gelungen. "Es hat wirklich Spaß gemacht, mit Michael (Andretti) zu kampfen, ich hatte das Gefuhl, wir haben uns 100 Mal gegenseitig uberholt," lachte der Kolumbianer, der zwei Monate zuvor bereits die Indy-500 gewonnen hatte. Etwas ubertrieben hatte er mit den Zahlen zwar schon, aber 52 Fuhrungswechsel zwischen zehn verschiedenen Piloten bei Geschwindigkeiten um 370 Stundenkilometern waren schon beeindruckend.

Toronto-Sieger Michael Andretti ist jetzt heiß auf den nachsten Sieg. Der CART-Star, der am vergangenen Wochenende in Kanada seinen 41. FedEx Championship Series-Triumph feierte, wird am kommenden Wochenende in sein 280. Rennen gehen und zum 18. Mal in Michigan an den Start gehen. Bereits zwei Mal (1987 und 1989) konnte er das 500-Meilen-Rennen gewinnen, im vergangenen Jahr kampfte er bis zum Photo-Finish um den Sieg, musste sich dann aber Juan Pablo Montoya (Target Chip Ganassi Racing / Toyota-Lola) nur um 0.040 Seunden geschlagen geben: "Es war ein großartiges Rennen. Juan und ich haben auf den letzten 20 Runden Rad-an-Rad gekampft, ich glaube wenn das Rennen eine Runde langer gegangen ware, hatte ich ihn schlagen konnen. Fur die Fans ist Michigan immer toll, sie kommen an die Strecke ran, konnen alles direkt miterleben. Mit unserem Sieg in Toronto sind wir jetzt im Meisterschaftskampf gut positioniert. Wir sind zwar ein neues Team, aber eines mit viel Erfahrung, wir wissen, wie man gewinnt!"

Paul Tracy (Team KOOL Green/ Honda-Reynard), der seinen Heim Grand Prix als dritter auf dem Podium feiern konnte, betont, wie wichtig es ist, gerade bei mehreren aufeinanderfolgenden Rennen fit zu bleiben. Tracy, der seit einigen Monaten von PitFit in Indianapolis und auch an den Rennstrecken betreut wird, hat nicht nur abgenommen, sondern fuhlt sich auch bei weitem fitter als zuvor: " In Michigan muss man ein gutes SetUp finden, damit man um den Sieg mitkampfen kann. Es geht vor allem um Strategie und Taktiken. Keiner will das Rennen zu lange anfuhren weil man dabei zu viel Sprit verbraucht. Man muss schonend mit seinem Auto, aber auch mit sichselbst umgehen. Ich habe in letzter Zeit mit PitFit ein ernsthaftes Fitnessprogramm durchgezogen, viel Rad fahren, und weiteres Training. So gut war ich noch nie in Form. Ich weiß schon jetzt, das wird einen großen Unterschied fur mich in dem anstrengenden 500-Meilen-Rennen machen!"

Indy-500-Sieger Helio Castroneves, der in der Meisterschaft an dritter Stelle liegt, fuhrte im vergangenen Jahr 85 der 200 Runden in Michigan und konnte damit einen Punkt fur die meisten Fuhrungsrunden verbuchen. Er beendete das Rennen als neunter. Fur dieses Jahr hat er sich mindestens wieder einen Platz in den Punkterangen vorgenommen: "Wir haben die Saison stark begonnen, in Long Beach und Detroit gewonnen, und haben funf der ersten sechs Rennen in den Punkten beendet. Leider hat uns dann das Gluck scheinbar verlassen, in den letzten Rennen lief es nicht mehr so gut wie erwartet. Dennoch, wir liegen nur 14 Punkte hinter dem Spitzenreiter! Letztes Jahr war fur uns eine Lernphase, jetzt haben wir ein gutes Verhaltnis aufgebaut. Ich hoffe, dass auch das Gluck wieder auf unsere Seite kommt."

Sein Teamkollege und Landsmann, der amtierende Meister Gil de Ferran, hat im Gegensatz zu Castroneves noch kein 500-Meilen-Rennen gewonnen. Beim letzten Superspeedwayrennen, dem Saisonfinale vergangenen Oktober in Fontana, Kalifornien, startete er von der Pole Position und wurde dritter. Seine Qualifikationsrunde mit 388,539 km/h (241,428 mph) brachte ihm den Weltrekord ein. Am selben Wochenende gewann de Ferran auch die Meisterschaft. Fur das anstehende Rennen in Michigan ist der Brasilianer optimistisch: "Was mich am meisten freut, ist, dass wir eigentlich in diesem Jahr bislang auf allen verschiedenen Strecken konkurrenzfahig waren. Auch wenn ich noch kein Rennen gewonnen habe, waren wir immer vorne mit dabei. Das stimmt mich fur die zweite Saisonhalfte optimistisch. Jetzt mussen wir weiter angreifen und so viele Punkte wie moglich sammeln."

Der Drittplatzierte von Toronto, der Mexikaner Adrian Fernandez, geht in Michigan zum achten Mal an den Start. 1995 holte er genau hier seinen ersten Podiumsplatz (3.). Im vergangenen Jahr startete er auf dem Superspeedway als zwolfter und kam als sechster ins Ziel. Der einzige CART-Pilot, der gleichzeitig auch Teambesitzer ist, freut sich auf das kommende Wochenende: "Ich hoffe, wir konnen die guten Ergebnisse der beiden letzten Rennen in Cleveland und Toronto fortfuhren. Ich freue mich auf das Rennen. Der Schlussel zum Erfolg in Michigan ist Geduld. Es ist ein sehr langes Rennen. Man muss versuchen, auf keinen Fall eine Runde zuruck zu fallen, um dann auf den letzten 50 Kilometern angreifen zu konnen. Davor muss man nur aufpassen, keine unnotigen Risiken einzugehen. Man macht so viele Boxenstopps, und so viel kann passieren: Ich habe mich vergangenes Jahr an der Boxenausfahrt gedreht und bin mit der Nase gegen die Wand gekracht. Dabei habe ich zwei Runden verloren, konnte aber wieder aufholen und schaffte Platz sechs!"

Großbritanniens CART-Hoffnung Dario Franchitti (Team KOOL Green/ Honda-Reynard) wurde im vergangen Jahr in Michigan dritter. Sein Team hat durch einen Test im Juni bereits einige neuen Daten fur das Rennen sammeln konnen: "Michigan ist eines der wirklich aufregenden Rennen, bei denen auch die Fans jede Menge zu sehen bekommen, aber fur uns Piloten ist es schwer. Es ist einer der wenigen Kurse, auf denen wir nebeneinander fahren und kampfen konnen, das macht es interessant. Aber man muss sich die ganze Zeit konzentrieren und aufpassen, dass die Jungs um einen herum fair sind und einem Platz lassen, wenn man nebeneinander fahrt. Die ganze Zeit denkt man daruber nach, wie man sich am besten im Vergleich zu den anderen Fahrern einordnet, um den anderen nicht zuviel Windschatten zu bieten, selbst aber genugend Abtrieb zu haben. Es ist eine Strecke, auf der ein Fahrer alleine nicht viel ausrichten kann. Das meiste hangt vom Auto ab -- vor allem muss es durchhalten!"

Der Schwede Kenny Brack (Team Rahal/ Ford-Lola) bleibt trotz seines elektronisch bedingten Ausfalls in Toronto am vergangenen Wochenende weiterhin an der Meisterschaftsspitze (84 Punkte). Mit seinem Sieg in Toronto ist US-Rennstar Michael Andretti (Team Motorola/ Honda-Reynard) auf Platz zwei (73 Punkte) in der Meisterschaft aufgestiegen. Der Seriendritte (70 Punkte) ist Indy-500-Sieger Helio Castroneves (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard). Dario Franchitti verlor durch Andrettis Aufstieg in der Meisterschaft einen Platz und ist jetzt vierter (65 Punkte). Der amtierende Meister Gil de Ferran (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard) verbuchte trotz seines Ausfalls zwei Punkte, einen fur die Pole Position und einen weiteren fur die meisten Fuhrungsrunden (49). Er liegt jetzt an funfter Stelle der Gesamtwertung (56 Punkte), Cristiano da Matta (Newman/Haas Racing/ Toyota-Lola) ist sechster.

Die "Michigan 500 Presented by Toyota" auf dem Michigan Speedway in Brooklyn, Michigan, USA, ist das elfte von 21 Rennen der 2001 FedEx Championship Series. Die Serie fahrt Rennen in sieben verschiedenen Landern und auf vier Kontinenten, inklusive des ersten Europa-Events uberhaupt am 15. September am Lausitzring.

-CSS/CART

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Series IndyCar
Drivers Juan Pablo Montoya
Teams Team Penske , Chip Ganassi Racing