CHAMPCAR/CART: Regenchaos in Road America

Regenchaos in Elkhart Lake Fuhrungswechsel an der Spitze der FedEx CHAMPIONSHIP SERIES -- Spiderman Helio Castroneves vorn Elkhart Lake, (20.August 2001) Jubel beim Team Ganassi -- CART-Neuling Bruno Junqueira schaffte im Regenchaos von Elkhart...

Regenchaos in Elkhart Lake
Fuhrungswechsel an der Spitze der FedEx CHAMPIONSHIP SERIES -- Spiderman Helio Castroneves vorn

Elkhart Lake, (20.August 2001) Jubel beim Team Ganassi -- CART-Neuling Bruno Junqueira schaffte im Regenchaos von Elkhart Lake seinen ersten Sieg. Es war zudem der erste Saisonsieg des ehemals so erfolgsverwohnten Teams, das in den Jahren 1996, 1997, 1998 und 1999 viermal hintereinander immer Meister gewesen war. Der Brasilianer feierte uberglucklich mit seinem Team, erst in Runde 36 hatte er die Fuhrung ubernommen, sich wahrend der letzten 10 Runden an der Spitze behauptet und hatte bei der Zieldurchfahrt einen Vorsprung von 2,687 Sekunden. Zweiter wurde der Amerikaner Michael Andretti (Team Motorola/ Honda-Reynard), vor dem Mexikaner Adrian Fernandez (Fernandez Racing/ Honda-Reynard), der zehn Sekunden nach Junqueira die Ziellinie uberquerte. Andretti zeigte einmal mehr eine grandiose Aufholjagd mit guter Teamarbeit. Der Neuseelander Scott Dixon (PacWest Racing Group/ Toyota-Reynard) fuhr Platz 5 ein, vor dem Meisterschaftsfuhrenden Gil de Ferran (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard), der seinem Landsmann Junqueira gratulierte.

Der letztjahrige Formel 3000-Meister jubelte: "Fantastisch, ich freue mich sehr! Ich bin uberglucklich! Das war einfach eine großartige Teamleistung, ich mochte meinen Jungs dafur danken, und Chip, dass er mir die Chance gegeben hat und das Vertrauen in mich gesetzt hat, diese Saison fur ihn zu fahren. Es war ein chaotisches Rennen und sicher nicht einfach, schließlich war ich nur von Platz zehn gestartet. Nachdem ich endlich an der Spitze war, habe ich in den letzten Runden nur noch gehofft, dass alles klappt. Wir haben es geschafft -- großartig!"

Insgesamt nur 17 Autos kamen ins Ziel, bereits beim Start hinter dem Safety Car regnete es in Stromen, die ersten vier Runden blieb das Pace Car vor dem Feld, erst dann konnte das Rennen richtig gestartet werden. Doch der Kurs blieb nass, in Runde funf crashten Max Wilson, Paul Tracy und Bryan Herta spektakular ineinander, was eine erneute Safety Car-Phase fur drei weitere Runden zur Folge hatte. Nachdem in Runde 10 auch noch Mauricio Gugelmin und Tora Takagi abflogen, wurde nach vier weiteren Safety Car-Runden das Rennen in Runde 14 abgebrochen. Noch immer stand das Wasser zu hoch auf der Fahrbahn, die Rennkommissare hielten dies fur zu gefahrlich. Als es rund eine Dreiviertelstunde spater wieder neu gestartet wurde, hatte die Rennleitung aufgrund der Renndauer entschieden, die Distanz von den ursprunglich vorgesehenen 55 um zehn Runden auf 45 zu verkurzen. Noch einmal, von Runde 21 bis 28, musste sich das Feld hinter dem Pace Car einreihen, nachdem Memo Gidley abgeflogen war.

Die Meisterschaft bleibt spannend! Indy-500-Sieger Helio Castroneves (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard) (110 Punkte) hat die Spitze ubernommen, der Schwede Kenny Brack (Team Rahal/ Ford-Lola) konnte einmal mehr im Rennen nicht punkten, wenigstens einen Zahler fur die Pole Position konnte er aus Elkhart Lake mitnehmen (105 Punkte). Seriendritter (99 Punkte) ist der amtierende Meister Gil de Ferran (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard). Michael Andretti (Team Motorola/ Honda-Reynard - 89 Punkte) ist auf die vierte Stelle der Gesamtwertung aufgeruckt, vor Scott Dixon (PacWest Racing Group/ Toyota-Reynard) (82 Punkte) und dem Schotten Dario Franchitti (Team KOOL Green/ Honda-Reynard - 81 Punkte)

Indy-500-Sieger Helio Castroneves (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard), der von Platz sechs gestartet war, beendete das Rennen als siebter und freute sich umso mehr uber seine neue Spitzenposition in der Meisterschaft: "Das ist einfach fantastisch, das Team hat wieder einmal einen großartigen Job gemacht, ich danke ihnen allen -- jetzt setzen wir alles daran, diese Position zu behalten und unseren Vorsprung moglichst mit jedem verbleibenden Rennen auszubauen! Wir schaffen es!" Castroneves konnte einen zusatzlichen Punkt fur die meisten Fuhrungsrunden (24) verbuchen.

Kenny Brack hatte Pech. Von seiner funften Saison-Pole Position gestartet, fuhrte er zwar 11 Rennrunden an, musste sich am Schluss jedoch mit Platz 14 und nur einem Punkt fur die Pole Position begnugen. "Das war wirklich Pech, aber das ist racing. Jetzt werden wir nicht nachgeben, sondern weiter kampfen, schon im nachsten Rennen konnen wir die Spitze wieder zuruck erobern, funf Punkte ist wirklich nicht viel!"

Dafur hat sich Brack bereits jetzt entschieden, Team Rahal mit Ablauf der Saison zu verlassen, er hat einen mehrjahrigen Vertrag mit Chip Ganassi unterschrieben. "Mit Talent gewinnt man Meisterschaften und ich habe Talent angeheuert", erklarte Ganassi, der bereits mit Jimmy Vasser 1996, Alex Zanardi 1997 und 1998 und Juan Pablo Montoya 1999 den Titel eingefahren hatte, danach hatte er von den erfolgreichen Honda-Motoren zum Aufsteiger Toyota gewechselt. "Kenny hat gezeigt, dass er ein Siegertyp ist, er hat 1999 die IRL Meisterschaft gewonnen, die Indy 500, beinahe die IROC, war 2000 in seinem ersten CART-Jahr bester Neuling und ist in diesem Jahr ganz vorne dabei." Brack, der 2000 bei Team Rahal in die CART eingestiegen ist, fuhr in seinem ersten Jahr sogar schon um den Titel mit. Ganassi wollte weder die Lange des Vertrags, noch die vereinbarte Gehaltssumme bekannt geben, "aber fur das, was wir ihm bezahlen, erwarte ich Ergebnisse!", war der einzige Kommentar des Teambosses.

Großbritanniens CART-Hoffnung Dario Franchitti (Team KOOL Green/ Honda-Reynard) hatte kein gutes Wochenende. Im vergangenen Jahr hatte er hier noch den Streckenrekord gefahren, diesmal hatte er von Anfang an Set Up Probleme, die in der Qualifikation sogar in einem Abflug endeten. Damit musste er von Platz 25 ins Rennen gehen, 13 Runden vor Schluss machten dann mechanische Probleme samtliche Punktehoffnungen zunichte. "Ein enttauschendes Wochenende, wir waren mit großen Erwartungen hier her gekommen, hoffentlich konnen wir fur das nachste Rennen, auf dem Straßenkurs in Vancouver, ein besseres Set Up aussortieren. Ich freue mich auf Kanada!"

Auch der Italiener Max Papis (Team Rahal/ Ford-Lola) konnte sich nicht verbessern, er war von Platz 22 gestartet, konnte sich zwar nach vorne kampfen, beendete das Rennen aber nur als 16., ohne Punkte!

Sein Landsmann Alex Zanardi (Mo Nunn Racing/ Honda-Reynard) schoss auf Platz 13 ganz knapp an den Punkten vorbei, immerhin eine gute Leistung des Italieners, der von Platz 23 gestartet war.

Nach dreizehn Saisonrennen haben bereits neun verschiedene Fahrer Siege gefeiert: Cristiano da Matta (Newman/Haas Racing/ Toyota-Lola) in Mexico, Helio Castroneves (Marlboro Team Penske/ Honda-Reynard) in Long Beach, Detroit und Mid Ohio, Scott Dixon (PacWest Racing Group/ Toyota-Reynard) in Nazareth, Kenny Brack (Team Rahal/ Ford-Lola) in Japan, Milwaukee und Chicago, Max Papis (Team Rahal/ Ford-Lola) in Portland, in Cleveland Dario Franchitti (Team KOOL Green/ Honda-Reynard), in Toronto Michael Andretti (Newman/Haas Racing/ Toyota-Lola), Patrick Carpentier (Player's/Forsythe Racing/ Ford-Reynard) in Michigan und Bruno Junqueira (Target Chip Ganassi Racing / Toyota-Lola) in Elkhart Lake. Der Sieger-Rekord der FedEx Championship Series wurde vergangenes Jahr erstellt: elf verschiedene Sieger in einer Saison.

Fur die beiden ersten Europa-Rennen im September hat die CART eine Neuerung eingefuhrt: veranderte Flugel sollen das Überholen leichter machen, Luftturbulenzen im Verkehr reduzieren und fur spannende Platzkampfe sorgen. Das neue Flugelpaket wird die fur Elkhart Lake vorgeschriebene Straßenkurs-Abwandlung der Heckflugel enthalten, jedoch ohne das obere Blech, den Superspeedway Frontflugel und die Handford Device. Dieses neue Paket ersetzt das ursprunglich vorgesehene Handfort Mkl Pakte fur den EuroSpeedway Lausitz und MKII fur den Rockingham Motor Speedway. Die neue Flugelkonstellation wurde mit Dale Coyne Racing Ford Lola 2000 auf dem Rockingham Motor Speedway von Ex-Formel 1 Pilot Johnny Herbert und auf dem EuroSpeedway Lausitz von Ex-CART-Pilot Alex Barron getestet und an die CART weiter empfohlen.

Die "Motorola 220" auf Road America in Elkhart Lake, Wisconsin, USA waren das 14. von 21 Rennen der 2001 FedEx Championship Series. Die Serie fahrt Rennen in sieben verschiedenen Landern und auf vier Kontinenten, inklusive des ersten Europa-Events uberhaupt am 15. September am Lausitzring.

Das nachste Rennen der FedEx Championship Series, die "Molson Indy" findet vom 31. August bis 02. September in den Straßen von Vancouver, British Columbia, Kanada statt.

-CART/CSS

Be part of something big

Write a comment
Show comments
About this article
Series IndyCar
Drivers Juan Pablo Montoya
Teams Team Penske , Dale Coyne Racing